El buque "Esmeralda", símbolo de la impunidad criminal en Chile

 The "Esmeralda" ship, a symbol of criminal impunity in Chile

Home - Principal
Ultima Hora
News - Noticias - 2005
News - Noticias - 2004
News - Noticias - 2003
Take action-Actue
Victims-Victimas
History - Historia
Testimonios-Testimonies
Criminals-Criminales
Documentos-Documents
Contribucion-Contribution
Busqueda-Search
Links-Lazos
Who we are-Quienes somos

Schwimmende Ex-Folterkammer in Deutschland

SOURCE: Hamburger Illustrierte
www.hamburger-illustrierte.de/w2d/ hillu/inland/buergergesellschaft/
DATE: June 27, 2003


Chilenisches Schulschiff “Esmeralda“ in Bremerhaven und Lübeck

Schwimmende Ex-Folterkammer in Deutschland:
Tour der “Esmeralda“ ist Affront gegen Folteropfer

Aufenthalte in Bremerhaven und in Lübeck / Chilenische Marine leugnet Foltervergangenheit trotz Beweisen / amnesty fordert juristische Aufarbeitung und Entschädigung der Opfer / Protestaktionen vor Ort geplant

- Eine schwimmende ehemalige Folterkammer der chilenischen Militärdiktatur unter General Pinochet wird im Rahmen einer Goodwill-Tour auch Deutschland anlaufen. Das Segel-Schulschiff “Esmeralda“ wird voraussichtlich vom 17. bis 22. Juni in Bremerhaven und vom 27. bis 30. Juni in Lübeck vor Anker gehen. Die “Esmeralda“ diente der chilenischen Marine nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 als schwimmendes Verhör- und Folterzentrum. Dies ist sowohl durch Zeugenaussagen als auch durch die Untersuchungen der Nationalen Wahrheitskommission Chiles sowie amnesty internationals zweifelsfrei belegt. Die chilenische Marine bestreitet diese Tatsachen.

“Im Jahr des 30. Jahrestages des Putsches ist diese Reise ein besonderer Affront gegen die überlebenden Folteropfer sowie die Angehörigen der zahlreichen Menschen, die während der Zeit der Militärdiktatur in Chile - oft unter noch ungeklärten Umständen - verschwanden, gefoltert und ermordet wurden“, sagte die Chile-Expertin von amnesty international (ai), Ute Paul. Bislang gibt es keine offizielle Entschuldigung und keine Entschädigung für die überlebenden Opfer. Die Mehrzahl der Folterer der Militärdiktatur wurde bisher nicht belangt. “Die chilenische Regierung muss anerkennen, dass Folter nicht verjährt und nicht amnestierbar ist. Sie muss die Folterer vor Gericht stellen“, sagte die ai-Chile-Expertin.

Die Menschenrechtsorganisation fordert die chilenische Regierung auf, die auf dem Schiff begangenen Menschenrechtsverletzungen und Folterungen restlos aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Weiter fordert ai die Repräsentanten der Städte Bremerhaven und Lübeck auf, das Schulschiff nicht zu besuchen. “Wenn sie doch hingehen, sollten sie dem Kapitän deutlich machen, dass die Folterungen auf dem Schiff juristisch aufgearbeitet und überlebende Folteropfer entschädigt werden müssen“, sagte Ute Paul.


In Europa soll die “Esmeralda“ in Frankreich, England, Deutschland und Spanien vor Anker gehen. Proteste von Menschenrechtsorganisationen in Schweden und den Niederlanden führten bereits dazu, dass die Esmeralda diese Länder nicht wie ursprünglich vorgesehen anlaufen wird.


Die ai-Gruppen in Bremerhaven und Lübeck werden mit eigenen Aktionen gegen die Besuchstour protestieren. So wollen ai-Mitglieder die “Esmeralda“ bereits in Travemünde mit einem eigenem Segelschiff ’empfangen' und bis Lübeck begleiten. Während des Aufenthalts im Lübecker Hafen soll eine historische Werftbarkasse zum Protest vor der “Esmeralda“ auf und ab fahren.



---


Berlin, 16. Juni 2003
amnesty.de.

Pagina puesta al dia / Updated 15 March 2006     -       Webmaster